Brühler Strolche im Johannesstift

Die Menschen im Seniorenzentrum Johannesstift Brühl sitzen in einem Kreis und warten gespannt. Leise Quietscher kündigen putzigen Besuch an. Die Quietscher werden lauter, als die Helfer des Hundevereins „Brühler Strolche“ zwei große Transportboxen in die Mitte der Seniorenrunde im Seniorenstift fahren. Behutsam öffnen sie die Boxen und sieben Welpen springen heraus.Die kleinen Tiere und ihre Mutter Adele gehören Petra Rattay, der Vorsitzenden des Vereins. Zum dritten Mal kommt sie mit einem Wurf Hundewelpen von Adele ins Johannesstift, um die Senioren zu erfreuen. „Das ist mein Geschenk an die Senioren“, sagt sie, während die Bewohner den Welpen strahlend über den Kopf streicheln und knuddeln.Hündin Adele kennt die Senioren bereits sehr gut. Sie ist jede Woche im Seniorenheim und Teil der Tiergestützten Therapie. Die Senioren hätten die Trächtigkeit der Hündin die ganze Zeit mitbekommen und mitgefiebert. „Ich habe ihnen versprochen, dass ich mit den kleinen Hunden vorbeikomme, wenn sie geboren sind“, sagt Rattay. Weil es sieben Entlebucher Sennenhund-Welpen sind, nennt sie ihre Bande „Die sieben C-Werge“. Passend beginnen auch alle Namen mit C: Christel, Camilla, Carlos, Casanova, Cooper, Colonia und Carlson.Die Bewohner des Johannesstift sind begeistert vom Besuch. Einige der Senioren hatten früher selbst Hunde. Eine Dame krault einen Welpen hinter dem Ohr. Genüsslich schließt das neun Wochen alte Tier die Augen. Ihr Sohn habe auch einen Hund, erklärt sie und widmet sich wieder dem Tier. Berührungsängste gibt es keine, ganz im Gegenteil. Manche Senioren werden sichtlich emotional, haben Tränen in den Augen und umarmen die Tiere liebevoll und innig.„Die Tiere öffnen Herzen“, sagt Petra Rattay. Eine Dame mit Behinderung, die laut Rattay sonst kaum am Miteinander im Heim teilnehme und nicht reden würde, strahlt und bringt sogar die Laute „Wauwau“ hervor, als sie einen Welpen auf dem Schoß hat. „Wir holen die Menschen damit ein bisschen aus der Eintönigkeit“, berichtet Petra Rattay.Während die jungen Hunde herumtollen oder die Streicheleinheiten auf den Armen der Senioren genießen, ist Mama-Hündin Adele immer mit dabei. Sie sei wirklich eine tolle Mutter, meint Rattay. Die Entlebucher Sennenhunde seien sehr intelligente Tiere. Wenn man sie halten wolle, müsse man sich mit ihnen wirklich beschäftigen. „Sie dürfen auch geistig nicht unausgelastet sein“, sagt sie. Langsam werden die kleinen Hunde müder. Immer öfter fallen den Tieren hie und da die Augen zu. Dann ist es Zeit zu gehen.Den Senioren im Johannesstift haben Rattay, Adele und die sieben C-Werge einen tollen Nachmittag beschert.

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